Die Geschichte der ehemaligen Zisterzienserinnen-Abtei Kloster Machern

Zeit des Aufbaus

Nach dem Jahr 1084 gab es schon Erwähnungen eines Weingutes am Ort des späteren Zisterzienserinnenklosters. Die eigentliche Gründung vollzog sich im Jahre 1238, in dem es als Frauenkloster in den Ordensverband der Zisterzienser aufgenommen und der Abtei Himmerod unterstellt wurde. Seine Lage im Herzstück der Mittelmosel und die bedeutende Stellung des Zisterzienserordens im europäischen Spitzenweinbau (vor allem Clairvaux – Burgund, Kloster Eberbach - Rheingau, Kloster Himmerod - Mosel) machten Machern mit seinen Besitztümern in Wehlen, Rachtig und Zeltingen zu einem einflussreichen weinbaulichen Zentrum.

Die Tradition des spätrömischen Weinbaus aufnehmend, entwickelten besonders die Zisterzienser eine rege Forschungstätigkeit, die diese Weinbaugebiete noch heute befruchtet. Einzellagenkultur und rebsortenreine Weine (Riesling und Spätburgunder – Pinot Noir) führten den regionalen Weinbau zu einer ersten nachrömischen Blüte vom 12. bis 14. Jahrhundert. Einheimische Bürger bedachten die Abtei mit großzügigen Schenkungen von Ländereien und mit den ohnehin fälligen Abgaben, dem Patronatsrecht der umliegenden Orte, entwickelte sich Machern zur einer wohlhabenden und bedeutenden Abtei. 1395 verlieh der Bischof von Trier ihr das Recht zum Weinausschank und zur Gerichtsbarkeit während der Jahrmärkte in Machern.

Dreißigjähriger Krieg
Erst im 16. Jahrhundert begann der Glanz langsam zu verblassen und in den Kriegswirren des Dreißigjährigen Krieges blieb das Kloster nicht unbeschadet.

Barockzeit
Nach Kriegsende begann man am Ausgang des 17. Jahrhunderts unter der bedeutenden Äbtissin Maria Ursula von Metternich mit einem Neubau der Gebäude, die im 18. Jahrhundert in der heute bestehenden festlich-barocken Form fertig gestellt wurden.

Schlechte Zeiten
Am Ende des 18. Jahrhunderts war der Verfall des Klosters jedoch nicht mehr aufzuhalten. Ökonomische Einbußen gingen einher mit dem Verlust klösterlicher Traditionen. 1793 bestand der einst blühende Convent lediglich aus sechs Klosterfrauen und einer Äbtissin. 1802 wurde die Abtei durch die napoleonische Säkularisierung geschlossen und der Besitz zur landwirtschaftlichen Nutzung veräußert. Die Kirche diente als Scheune, Fenster wurden zugemauert, Decken und Wände schwer beschädigt. Zweihundert Jahre lang war das gesamte Gebäudeensemble dem Verfall preisgegeben.

Neubeginn
Erst 1969 entdeckte Weingutbesitzer Franz Schneider den Reiz von Kloster Machern neu und erwarb den Besitz. Liebevoll verlieh er dem gefundenen Schmuckstück moselländischer Sakralarchitektur in zwanzigjähriger Restaurierung neuen Glanz. Im Jahre 2000 wurde das Kloster von der Bürgerverein 1864 AG und der Günther Reh Stiftung, die dem Behindertensozialwerk in Bernkastel-Kues zugute kommt, erworben und die Hofgut „Stift Kloster Machern“ AG gegründet. Das Kloster wurde für die heutige Nutzung renoviert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Es beherbergt heute Freizeitmöglichkeiten, Gastronomie und ein Museum.Kloster Machern wurde Gründungsort u Premiumspielort des "Mosel Musikfestival " sowie Sitz der "Weinbruderschaft Mosel".


Kloster Machern heute:
Klosterpark, Weincabinet, Brauhaus, Antiquitäten, Klosterdestille, Klosterbrauerei, Spielzeugmuseum, Ikonenmuseum, Klosterladen, Schifaanleger  und vielfältige Möglichkeiten für private und öffentliche Veranstaltungen.


Klosterführungen für Gruppen EUR 60,00 (nur nach Voranmeldung)

Museumsführungen / Ikonenerklärungen für Gruppen auf Anfrage.

 





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